Stoff: Rosa Jackett mit brauner Schnalle und gesticktem Logo

Welche Stoffe gibt es überhaupt?

Schaut man auf die Carelabels der eigenen Bekleidung, springen einem viele Kürzel für unterschiedliche Stoffzusammensetzungen entgegen. Die Wenigsten unter uns können damit etwas anfangen, weswegen wir euch einen kurzen Überblick geben möchten.

Die fertigen Stoffe, aus welchen unsere Bekleidung hergestellt werden, sind oft Stoffgemische, also Zusammensetzungen unterschiedlicher Fasern, die aufgrund ihrer jeweiligen Qualitäten ausgewählt werden.

Im Grunde lassen sich die Fasern in drei Kategorien aufteilen

  1. synthetische Fasern
  2. Regeneratfasern
  3. Natürliche Fasern

1. Synthetische Fasern und ihre Eigenschaften

Der Textilmarkt ist überflutet mit Stoffen bestehend aus Polyester, Elasthan oder Nylon, also synthetisch hergestellte Fasern.
Diese rein chemischen Fasern sind Polymere und basieren auf Erdöl. Sie benötigen einen chemischen Umwandlungsprozess, um zu Garn, zu Fasern und schließlich zu Stoff verarbeitet zu werden.

Der Vorteil von diesen Stoffen ist, dass sie als extrem belastbar gelten. Das bedeutet, sie sind dehnbar, reißfest und langlebig. Eigenschaften, die praktisch für den Alltag, für den Sport oder für Arbeitsbekleidung sind. Daher findet man diese Fasern oft in dieser Bekleidung.

Der Nachteil chemischen Stoffe ist, dass sie nicht atmungsaktiv sind und manche Menschen auf sie allergisch reagieren.
Meist werden synthetische Fasern mit natürlichen Fasern (bsp Polyester mit Baumwolle) gemischt, um die Vorteile beider Fasern zu nutzen und ein optimales Endergebnis zu präsentieren.

Für uns ist wichtig zu betonen, dass diese Fasern sind NICHT biologisch abbaubar sind und beim Waschen Mikroplastik freisetzen.

2. Regeneratfasern und ihre Eigenschaften

Regeneratfasern sind beispielsweise Viskose, Modal oder Lyocell.
Diese ordnen wir bewusst zwischen den rein synthetischen und den natürlichen Fasern ein, da sie selbst eine Mischung aus beiden sind. Aufgrund ihrer Verarbeitung gelten sie jedoch als synthetische Fasern.

Regeneratfasern haben einen natürlichen Ursprung, meist Holz (Fichte, Buche, Bambus).
Dieses wird chemisch verarbeitet, sodass die Zellulose des Holzes in Fasern zerlegt wird. Diese werden dann zu dem jeweiligen Stoff weiterverarbeitet.

Die Eigenschaften von Stoffen wie Viskose sind, dass sie als besonders atmungsaktiv gelten, antiallergen und antistatisch sind und ein sehr angenehmes Traggefühl vermitteln. Sie finden oft Verwendung in der Sport- und Aktivmode.
Der Nachteil ist, dass sie zum Pilling neigen und beim Waschen und Trocknen etwas empfindlich sind.

Im Unterschied zu rein synthetischen Stoffen sind Regeneratfasern biologisch abbaubar und gelten mitunter deswegen als umweltschonender.

3. Natürliche Fasern und ihre Eigenschaften

Natürliche Fasern sind (wie der Name sagt), Fasern, die in der Natur vorkommen. Sie haben einen pflanzlichen Ursprung (bsp. Baumwolle oder Hanf) oder einen tierischen Ursprung (bsp. Seide oder Wolle ).
Die natürlichen Rohstoffe sind also bereits vorhanden und benötigen keine chemische Umwandlung, um zu Fasern weiterverarbeitet zu werden. Sie zeichnen sich durch ein sehr angenehmes Tragegefühl und Atmungsaktivität. Außerdem sind auch diese Fasern antiallergen und sehr robust.
Daher sind sie weit verbreitet in der Alltagsmode und werden gerne in der Sportmode mit synthetischen Fasern vermischt, um ein optimales Endergebnis zu gewährleisten. Natürlich Fasern sind ebenfalls biologisch Abbaubar und gelten mitunter deswegen als umweltschonend.

Warum und für welchen Stoff haben wir uns entschieden?

Wir haben uns ausgiebig mit verschiedenen recycelten Stoffen, mit natürlichen Stoffen und auch mit synthetischen Stoffen auseinandergesetzt.
Auf den ersten Blick waren die synthetischen Stoffe am ehesten geeignet für unsere Ansprüche:
Sie sind langlebig, robust und nicht besonders teuer.
Aber sie entsprechen eben nicht dem Anspruch einer nachhaltigen Bekleidungsmarke.

Letztlich haben wir uns durch einen anderen Aspekt für unsere Stoffe entschieden.
Wir haben unsere Näherei in Portugal gefunden, mit welcher wir unseren Traum verwirklichen konnten, eine nachhaltige Produktionskette zu gestalten.
Die Näherei in Portugal arbeitet direkt mit einem Stofflieferanten zusammen. Sie sitzen sogar im gleichen Ort. Dieser hat unsere beiden Stoffe im Angebot, mit welchen die ersten Muster angefertigt wurden und die uns letztlich überzeugt haben.
Ausschlaggebend war am Ende also die Nähe zum Produktionsort, ein sehr kurzer Lieferweg und damit einhergehend eine kurze Kommunikationskette.

Unsere Stoffe

Wir haben uns für zwei unterschiedliche Stoffe entschieden.
Einmal für einen Baumwollstoff, der mit 3 % Elasthan dehnbar ist und robust genug für den Sport. Alle unsere Kleidungsstücke sowie unsere Schabracke sind aus diesem Stoff gefertigt. Durch den Naturstoff können wir gewährleisten, dass es keine allergischen Reaktionen von Pferd oder Mensch gibt. Er ist außerdem atmungsaktiv, dehnbar und saugstark. Alles Eigenschaften, die für den Reitsport wichtig sind. 😉

Er ist zwar nicht komplett knitterfrei, kann aber ganz entspannt zu Hause gebügelt werden und muss nicht in die Reinigung gebracht werden. Für uns ein großer Vorteil.

Der zweite Stoff, den wir für den Besatz unserer Reithosen und -Leggings einsetzen, besteht zu 87 % aus recyceltem Polyester und 13 % Elasthan. Dies ist ein Kunstlederbesatz, der euch einen angenehmen Halt im Sattel bietet, alle Bewegungen mitmacht und sich einfach toll anfühlt. Wir sind einfach verliebt in den Besatz.

Was wollen wir in Zukunft besser machen?

Unser Anspruch für unsere nächsten Kollektionen und weitere Produktionen ist, noch bessere Stoffe zu finden und einzusetzen.

Wir möchten uns allerdings keinen festen Kriterien verschreiben.
Der Stoff muss zu uns passen und sich gut anfühlen
. Dann kann der Fokus auf dem biologischen Anbau liegen oder auf Regionalität. Er kann auf Recycling liegen oder auf einer nicht-chemischen Herstellung.
In jedem Fall verwenden wir keinen reinen Plastik-Stoff, sondern sind immer auf der Suche nach neuen und besseren Alternativen.

Quellen

www.uracollective.com/mission/materialkunde/polyester-die-kuenstliche-plastikfaser/
www.de.contrado.com/blog/was-ist-polyester/
www.hessnatur.com/magazin/textillexikon/elasthan/
www.studysmarter.de/schule/chemie/organische-chemie/polyester/
www.fairlier.de/chemiefaser/die-5-wichtigsten-fakten-zu-chemiefasern/
www.fairlier.de/chemiefaser/tencel-lyocell/
www.utopia.de/ratgeber/polyacryl-eigenschaften-anwendung-und-probleme-der-kunstfaser
www.hausjournal.net/viskose-eigenschaften
www.textilie.com/textilrohstoffe/naturfasern/
www.fairlyfab.com/de-DE/magazin/naturfasern-chemiefasern
www.oecotextiles.blog/2009/07/14/why-is-recycled-polyester-considered-a-sustainable-textile/#_ftn2